Was ist eine Innung?

Die Innung ist seit 1879 die moderne Nachfolgerin der Zünfte. Sie ist eine fachliche Organisationsform des Handwerks auf lokaler bzw. regionaler Ebene (meist für eine Großstadt oder einen Landkreis). In ihr schließen sich Handwerksbetriebe gleicher oder ähnlicher Fachrichtungen zusammen, um ihre gemeinsamen Interessen zu fördern.

Die Mitgliedschaft in einer Innung ist freiwillig, bietet den Handwerksbetrieben jedoch zahlreiche Vorteile aufgrund der weitgefächerten Vielfalt an Service und Dienstleistungen.

Die Rechtsform der Innungen ist die einer Körperschaft des öffentlichen Rechts und steht unter der Rechtsaufsicht der jeweiligen Handwerkskammer.

Häufig haben Innungen gemeinsame Geschäftsstellen mit den Kreishandwerkerschaften.

Der Vorstandsvorsitzende der Innung ist der Obermeister. Eine weitere wichtige Funktion in der Innung bekleidet der Lehrlingswart, der als Bindeglied zwischen den Lehrlingen und den Ausbildungsbetrieben problemlösend fungiert.

Eine Innung bildet zahlreiche Ausschüsse, wie z.B.  den Gesellenprüfungsausschuss, der das gesamte Gesellenprüfungswesen im jeweiligen Innungsbereich regelt oder den Berufsbildungsausschuss, der die Politik in Bildungsfragen mitbestimmt. Ferner gibt es einen Fachbeirat, der für alle fachlichen Fragen als kompetente Anlaufstelle dienen soll.

Die wesentlichen Aufgaben der Innung nach der Handwerksordnung (Gesetz zur Ordnung des Handwerks) sind u.a. : • Tarifverhandlungen, Abschluss von Tarifverträgen

• Förderung der gemeinsamen, gleichen Interessen ihrer Mitglieder
• Pflege des Gemeingeistes und der Berufsehre sowie Förderung eines guten Verhältnisses zwischen Meistern, Gesellen und
  Lehrlingen
• Regelung und Überwachung der dualen Ausbildung
• Abnahme von Gesellenprüfungen, auch für Nicht-Innungsmitglieder
• Politische und wirtschaftliche Interessensvertretung des Handwerks mit Rückkopplung und Information an die Betriebe
• Sachverständigenfortbildung, Lehrgänge, Seminare
• Erstattung von Gutachten und Auskünften über Angelegenheiten der in ihr organisierten Handwerke
• Erarbeitung von Merkblättern und anderen Praxishelfern
• Vermittlung bei Streitigkeiten zwischen Mitgliedern und ihren Auftraggebern
• Erarbeitung von Unterlagen zu Änderungen im Arbeitsrecht, z.B.  der VOB „Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen“


In Deutschland gibt es derzeit etwa 7000 verschiedene Innungen.